STREIT_KULTUR#2 – Die Projekte

Mamma Mia!
Die Klasse 4d der Rosa-Parks-Grundschule ist wütend

…Wütend sein! Schimpfworte sagen! Kämpfen! Mamma mia! Auch Kinder einer vierten Klassen teilen schon jede Menge Streiterfahrung miteinander. Meist heißt es dann: Hört auf! Streitet nicht miteinander! Dabei kann streiten so viel Spaß machen. Im Stück „Mamma Mia“ jedenfalls ist das so. Tanzend werden die Fäuste geschwungen und ein bisschen Kung Fu ist auch dabei. Aber Spaß macht so etwas nur eine kleine Weile. Das haben die Kinder im Laufe des Projekts festgestellt und deswegen ist es im Stück jetzt auch so. Erst wird gekämpft und dann ruft ein Junge: „Lasst uns aufhören.“ Hmm, was könnte man miteinander denn noch anderes machen? Spielen zum Beispiel. Miteinander singen. Am Ende ist klar: Es gut miteinander haben ist doch schöner. Und das sagen sich dann alle auch ganz ausgiebig, im Chor, laut und leise: Du bist toll! Du bist phänomenal! Du bist großartig!

(Das Stück wurde als Schulaufführung draußen auf dem Schulhof (es war noch strenge Coronazeit) und in einer Kooperation von Rosa-Parks-Grundschule und dem benachbarten Theater Expedition Metropolis bei dem Theaterfestival Hoffestspiele (ebenfalls draußen) gezeigt.)

Künstler:innen: Lea Martini und Enis Turan
Kulturagentin: Michaela Schlagenwerth

Dare to Share
Ein Film mit dem DS-Kurs der 12. Klasse der Fritz-Karsen-Schule

Würdest du lieber in einem Scheißjob viel Geld verdienen oder eine Arbeit machen, die dir viel bedeutet, aber bei der du dein Leben lang arm bleibst? Im Film „Dare to Share“ stellen sich Schüler*innen der Fritz-Karsen-Schule 40 Minuten lang Entweder-Oder-Fragen zum Thema „Teilen“. Lieber mit jemanden zusammen sein, den man liebt und der einen nicht zurück liebt oder der einen liebt, aber man selbst liebt ihn nicht? Eine schillernde Achterbahnfahrt, in der die Haltungen darüber, wer was mit wem teilt und was nicht, unentwegt freundlich miteinander kollidieren. Der Film fragt dabei nicht nur danach, was Teilen in unterschiedlichsten Lebenslagen bedeuten könnte, er spielt auch damit, was Streitkultur sein kann. In Dialogen, bei denen unterschiedliche Haltungen und Gedanken miteinander in Austausch kommen und auch nebeneinander stehen bleiben dürfen.

Streitkultur eben. Zu sehen ist der Film und eine filmische Anleitung für ein eigenes Projekt zum Thema Streitkultur:
https://kp-materialbox.de/dare-to-share/

Regie: Uta Plate, Bildregie/Schnitt: Aaike Stuart, Künstlerische Mitarbeit / DS-Lehrerin: Sandra Pauly, Tonassistenz: Mercan Güzel, Alexander Maulwurf, Sandra Pauly

Mitwirkende: Maja Ahlvers als Daisy/Maja, Kaan Anac als Zekeriya / Kaan, Mehdi Aubeidy als Thiago Torres Junior / Mehdi, Nour Barjawi als Jennifer / Nour, Andre Emonds als Adam / Andre, Mercan Güzel als Ava / Mercan, Aziz Isa als Murtaza / Aziz, Mohammed Kallam als Wolfgang / Mohammed, Gizem Lapcin als Melike / Gizem, Barney Lubina als Tom (Sunny Boy) / Barney, Katharina Puik, Feres Benzarti

Special Appearance: Veronika Hempe – Foodsharing & Nikolai Wolfert – Leila Leihladen
Kulturagentin: Michaela Schlagenwerth

Teilen und Nicht-Teilen
Die 5c der Rosa-Parks-Grundschule verwandelt sich in tanzende Teilchen

Manchmal können ein paar Bäume schon fast so etwas wie ein kleiner Wald sein. In der Rosa-Parks-Grundschule ist das so. Wenn 25 Kinder genau da an ein paar heißen Sommertagen im Schatten zusammenkommen und sich über das Thema Streitkultur: Teilen tanzend Gedanken machen, dann verändern die Bäume einiges. Sie sind einzeln und trotzdem irgendwie zusammen. Bei Menschen ist das auch so, wir sind auch einzeln und gleichzeitig zusammen. Aber wir können uns bewegen! Uns hinter Bäumen verstecken und auch wieder hervortreten. Wir können zusammenkommen. In Kreisen. In Linien. In merkwürdigen Ketten aus lauter Körpern. Hier geht es hoch und da geht es lang und immer wieder zwischen die Bäume. Sich aneinander und an den Bäumen anlehnen. Ich kann einen Kreis um mich selbst ziehen. Das ist meine Wolke. Ihr bleibt draußen. Ich kann ein Geheimnis für mich behalten oder es teilen, aber nur mit ganz wenigen. Ein Junge trommelt den Takt. Die Sonne stiehlt sich mit kleinen Strahlen zwischen die Blätter. Irgendwie schwebend wirkt alles. Oder schwimmend. Lauter kleine Inseln, die zusammenkommen und genauso schnell wieder auseinanderdriften.

Foto: Michaela Schlagenwerth

Künstler:innen: Viviana Defazio und Kaveh Ghaemi
Lehrerin: Christin Oertel
Kulturagentin: Michaela Schlagenwerth

Wer kriegt das Kuscheltier?
STREITEN und…. zer-TEILEN, auf-TEILEN, zu-TEILEN ver-TEILEN, mit-TEILEN:

Davon erzählen Schüler:innen des Robert-Blum-Gymnasiums mittels inszenierter Fotografie. Zunächst wurde mit der Fotografin Victoria Tomaschko die handwerkliche Basis gelegt. Aus ihren kreativen Impulsen haben die Schüler*innen der Kulturklasse 7a dann ihre ganz eigenen Bildgeschichten entwickelt, in denen sie sich selbst performativ in Szene setzen. Wem gehört die Decke? Wer kriegt das Kuscheltier? Ist Teilen immer die beste Lösung? In fotografischen Sequenzen erzählen die Jugendlichen von der Zuschreibung von Gender-Rollen, vom Streit unter Geschwistern, von der Einigung unter Freund*innen und von Kämpfen verschiedenster Art, die – vielleicht – durch das TEILEN eine Lösung finden.

Künstlerin: Victoria Tomaschko
Lehrer*innen: Armgard von Trotha, Alexandra Mittelstraß
Kulturagent*in: Annika Niemann

Soups and Stories. Streiten früher und heute.

Das Konzept von Soups and Stories war einfach und einfach genial: Während sich Kinder und ältere Menschen in der Fußgängerzone über das Thema „Streiten früher und heute“ unterhalten, löffeln sie einen Teller Suppe. Ein Tauschhandel, Suppe gegen Geschichte. Und daraus machen wir eine Radiosendung!

Leider machte uns das Corona-Virus einen dicken Strich durch die Rechnung, und die Suppe musste entfallen. Trotzdem setzten 30 Kinder einer 6. Klasse der Peter-Pan-Grundschule die Idee um. In der Fußgängerzone vor der Eastgate-Mall und vor der Seniorenwohnwelt Zühlsdorfer Straße interviewten sie ältere Menschen: War Streit früher anderes? Heftiger? Gab es auch Mobbing?

Die Antworten reichten von „früher wurde ehrlich mit der Faust gekämpft“ bis zu „wir haben nie gestritten“. Aus den Interviews entstand eine Radiosendung, die hier zu hören ist.

Die Themen „Umgang mit Konflikten“, Streit schlichten“ und „Zuhören“ wurde im Unterricht vorbereitet. Die Schauspielerin Anja Scheffer führte an zwei Tagen einen Kurs durch zu „Hochstatus“ und „Tiefstatus“ als Vorbereitung für szenisches Spiel zum Thema Streit. Fotos der Szenen wurden den Interviewten Bewohner*innen Marzahns vorgelegt und leiteten durch das Interview.

Künstler*innen: Anja Scheffer, sideviews e.V.
Kulturagent: Carsten Cremer

Rassismus in unserem Alltag
Streitkultur an der Reinhold-Burger-Schule

Schüler*innen der 9. Jahrgangsstufe setzten sich mit dem Thema Teilen auf der Ebene von (Alltags-) Rassismus auseinander: Inwieweit ist jeder von uns rassistisch?

Um sich dem Thema anzunähern, betrachteten wir die Geschichte Deutschlands während der Zeit des Kolonialismus‘ und ihre Auswirkungen am aktuellen Beispiel der Straßenumbenennung der „Mohrenstraße“. Schaffen wir durch Straßenumbenennungen antirassistisches Bewusstsein oder entledigen wir uns damit nur einem Teil unrühmlicher Geschichte?

Kontrovers wurden Pro und Contra diskutiert und Alternativvorschläge zusammengetragen.Auf die Ausgangsfrage eingehend, benannte jede*r reflektierend erlebtes oder eigenes rassistisches Verhalten. Während des Austausches darüber kam die Frage auf, ob als privilegierte(r) „Weiße(r)“ Rassismus-Erfahrungen überhaupt möglich sind. Beispielsweise:

Wenn beim internationalen Online-Gaming Jugendliche deutscher Herkunft als „Nazis“ beschimpft und verunglimpft werden (Hate Speech), gilt das als rassistisch?

Mit dieser Frage haben sich die Schüler in einem Podcast auseinandergesetzt.

Zudem nahmen die Schüler*innen in Bezug auf manipulative Einflussnahme rechtsextremen Gedankenguts in Videospielen an einem Experiment der Game-Entwickler Caspar Weimann und Enya Zengin (onlinetheater.live) teil und tauschen sich über ihre Erfahrungen während des Spielens aus. Zur Weiterentwicklung des Spiels wurden von den Schülern*innen Verbesserungsvorschläge angeregt.

Künstler*innen: Heidi Zengerle, Franz-Josef Becker
Kulturagent*in: Karin Schreibeis

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