Pilotprojekt Residenzförderung Tanz 2020/21

FELD ist Host für zwei Residenzen im Pilotprojekt der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und wurde  – neben acht weiteren Berliner Orten – in einem jurierten Verfahren als Produktionshaus ausgewählt.

Unser Residenzprogramm 2020/21 umfasst zwei jeweils sechswöchige Residenzen von Künstler*innen, die gerade dabei sind in der professionellen Berliner Tanzszene Fuß zu fassen. Schwerpunkt unseres Residenzprogramms ist die Entwicklung einer eigenen partizipativen Methodik der künstlerischen Recherche mit dem Ziel, soziale Akteur*innen einzubeziehen. Das kann durch  Beteiligungsprojekte geschehen, in denen Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Senior*innen selbst künstlerisch aktiv werden, oder durch das Feedback von diesen Akteur*innen im künstlerischen Entwicklungsprozess. Auch Aufführungen, die Zuschauende aktiv involvieren – mental oder in Aktion – können daraus entstehen.

Hier geht’s zu Residenz I: Plastic Fantastic

Hier geht’s zu Residenz II: Zielfelder

Unsere Resident*innen erhalten ein Stipendium und wurden von einem Auswahlkomitee (Gabi dan Droste, Sanja Tropp Frühwald, Barbara Fuchs, Dr. Eva Plischke) in einem Workshop ausgewählt. Während ihrer Residenz werden die Künstler*innen durch das FELD-Team unterstützt: Künstlerische Leitung: Gabi dan Droste // Mentoring: Gabi dan Droste, Dr. Eva Plischke, Gabriel Galindez Cruz // Kommunikation & Kontakte: Verena Lobert, Charlotte Bartesch // Technik: Stefan Neumann // wissenschaftliche Begleitung: Prof. Dr. Christoph Lutz-Scheuerle.

Die Forschungs- und Entwicklungsprozesse der Resident*innen werden wissenschaftlich begleitet und im Rahmen des INTERNATIONALEN FELD-LABS 29. August – 05. September 2021 zum Thema partizipative Arbeitsweisen im Tanz in der Zeit der Pandemie praktisch und reflexiv präsentiert werden.

Residenz I PLASTIC FANTASTIC Februar-März 2021

Julia Keren Turbahn und Jan Rozman sind mit der Weiterentwicklung ihrer Objekt-Tanz-Performance (Thinging, 2018) für ein Kinderpublikum bereits im November 2020 gestartet. Um auch ohne Präsenz-Begegnungen mit Kindern in Kontakt zu kommen, haben die beiden einen online-Workshop entwickelt und gehen über einen Fragebogen in Austausch mit Kindern ab sechs Jahren. Im Anschluss an Ihre Residenz entwickeln sie seit Mitte März 2021 – ebenfalls bei uns im FELD – die Produktion DINGE DINGEN, die im April in Ljubljana zur Aufführung kommt und am 15. Mai 2021 im FELD ihre Berlin Premiere feiert.

„Wir sind ständig von unzähligen Gegenständen umgeben. In der Residenz gehen wir der Frage nach, was unsere Beziehung zu Dingen eigentlich ausmacht. Wie begegnet der Mensch den Dingen und wie begegnen die Dinge dem Menschen im Alltag? Können wir mit den Dingen dingen? In der Fähigkeit des jungen Publikums das scheinbar Selbstverständliche als fragwürdig, rätselhaft und staunenswert zu betrachten, sehen wir ein großes Potential, um über den Umgang mit Objekten zu philosophieren und darüber zu fantasieren, wie ein Zusammenleben von Mensch und Dingen in Zukunft aussehen könnte.“

Julia Keren Turbahn (*1990) studierte Medien- und Kulturwissenschaft in Düsseldorf und schloss 2019 ein Studium in Tanz, Kontext, Choreografie am HZT (UdK) in Berlin ab. Ihr Interesse am bewegten Körper als inhärenter Teil ihrer künstlerischen Praxis spiegelt sich in vielen Projekten auch in der Bewegung zwischen verschiedenen Positionen (als Dramaturgin, Tänzerin und Choreografin) und unterschiedlichen Räumen (wie Museen, Theatern oder im öffentlichen Raum) wider. Darüber hinaus setzt sie ihr Verständnis von Wissensproduktion durch physische und andere künstlerische Praktiken in ihrer Arbeit als Vermittlerin u.a. in Tanzworkshops in Unterkünften für Geflüchtete oder als Kunstvermittlerin im Museum ein.
https://www.juliakeren.com

Jan Rozman (*1991) ist freischaffender Tänzer, Choreograf, Performer und Improvisateur, der in Ljubljana und Berlin arbeitet. In seiner künstlerischen Praxis beschäftigt er sich mit erweiterten Körpern, materieller Semiotik, Lücken und Irrtümern. Themen wie Ökologie, Imagination, (Science-)Fiction und Humor sind dabei sein Antrieb auf der Suche nach relevanten performativen Artikulationen für das Post-Internet-Zeitalter. Jan studierte Choreografie an der SNDO (AHK), Amsterdam und erwarb einen Master in Solo/Tanz/Autorenschaft am HZT (UdK), Berlin. Er erhielt 2019 das danceWEB-Stipendium und wurde im selben Jahr mit dem Ksenija Hribar promising choreographer award ausgezeichnet. 2020 war er Resident des GPS-Programms bei Movement Research in NYC.
https://janrozman.link

Residenz II ZIELFELDER April-Mai 2021

Von April bis Mitte Mai 2021 übernehmen David Lima (Choreograf), Sofie Neu (Dramaturgin) und Diogo deCalle (Bildender Künstler) unser Studio, den Vorplatz und von dort aus den ganzen Kiez: „Wir werden an unserem partizipativen Stadtraumprojekt ZIELFELDER forschen. Wir arbeiten künstlerisch interdisziplinär mit Tanz, Bewegung, Musik, Theater und visueller Kunst mit dem Ziel, Menschen zusammenzubringen und die Nachhaltigkeitsentwicklung bekannter zu machen. Das Besondere dabei ist, dass wir die – in Piktogrammen dargestellten – 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der UN als künstlerische Inspiration und Ausgangspunkt von Assoziationen und Improvisationen verstehen. Während der Residenz im FELD möchten wir die verschiedenen Teile des Winterfeldtplatzes erkunden und verschiedene Gruppen (Kinder, Senior*innen, Passant*innen, Anwohner*innen) einbinden – in jedem Fall unter Einhaltung aller dann geltenden Hygieneregeln – und in einer Mischung aus analogen und digitalen Mitteln, sowohl draußen im Freien als auch über räumliche Distanz. Wir lassen uns inspirieren von den Situationisten, von Flaneur*innen, Minimalist*innen, Graswurzelbewegungen, von Alltagschoreografie, utopischen Narrationen und allem, was wir draußen im Stadtraum beobachten können.“

David Lima (*1990) bewegt sich in co-kreativen partizipativen (Tanz-)Projekten. Nach diversen Abschlüssen u.a. in Danceability-Tanzpädagogik und Musik im Krankenhaus, absolvierte er den MA in Choreografie am HZT Berlin. Seine künstlerische Arbeit setzt an der Verbindung von Kunst und Gemeinschaft in integrativen, interdisziplinären und Generationenübergreifenden Projekten an. Er ist Mitbegründer von Manta de Retalhos – PT (2015), einem Kollektiv, das Menschen durch künstlerisch-kreative Projekte über sozial-politische Themen zusammenbringt. Er beschäftigt sich mit der politischen, ethischen und sozialen Ebene des Themas Nachhaltigkeit.

Sofie Neu (*1992) studierte Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft in Berlin und Wien mit Schwerpunkt auf Bildwissenschaft, Medien und Gender Studies sowie Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Nach Arbeitserfahrungen in Galerien, der Museumspädagogik und im kuratorischen Team des ZKM Karlsruhe führte ihr Weg über Regie- (Schauspiel Stuttgart) und Dramaturgie-Hospitanzen (Werk X Wien) in die Produktion der Sendung Karambolage bei Arte France. Aktuell ist sie als Vorlesepatin in Kitas, im Tape Art Kollektiv Klebebande sowie als Dramaturgin in freien Projekten im Bereich partizipatives Theater, Tanz und Figurentheater aktiv.

Foto: Marie Haefner

Diogo deCalle stammt aus Lissabon und lebt und arbeitet als multidisziplinärer Künstler zwischen Farbstiften, Papieren, Drucken und Zeichnungen in Berlin. Aus seinen Zeichen-, Illustrations- und Drucktechniken entwickelt er auch Verfahrensweisen für den Einsatz im sozialen Bereich. 2016 gründete Diogo zusammen mit anderen Künstlern das „Atelier SER – Spontaneous Art Movement“. Dieses preisgekrönte, mit Stipendien unterstützte Kunstkollektiv hat seinen Sitz in Lissabon und Berlin und hat es sich zum Ziel gesetzt  öffentliche Plätze und Straßen durch Kunst in einen gemeinsamen Raum zu verwandeln.

Die zwei FELD Residenzen werden durch das Pilotprojekt Residenzförderung Tanz der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.

DINGE DINGEN

von Jan Rozman & Julia Keren Turbahn

In unserem Alltag sind wir ständig von unzähligen Dingen umgeben. Die Performance DINGE DINGEN erforscht, was unsere Beziehung zu diesen Dingen wirklich ausmacht. Auf der Bühne begegnen sich Dinge und Mensch und loten permanent ihr Verhältnis zueinander aus. Gemeinsam erforschen sie, wie der Mensch den Dingen ebenso wie die Dinge dem Menschen im Alltag begegnen und wie ihr Zusammenleben in Zukunft aussehen könnte.

Die altersoffene Performance DINGE DINGEN von Jan Rozman und Julia Keren Turbahn lädt Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene ein, diesen Fragen gemeinsam nachzugehen.

Bitte fülle den Fragebogen so gut du kannst aus, es ist nicht schlimm, wenn du nicht alles beantworten kannst. Wir freuen uns auf deine Antworten!

Hier kannst du den Fragebogen auch herunterladen.

Regie, Choreographie, künstlerische Leitung, Aufführung: Jan Rozman, Julia Keren Turbahn / Outside Eye: Sanja Tropp Frühwald / Bühnenbild: Dan Pikalo Musik / Komposition: Andres Bucci / Lichtdesign: Annegret Schalke / Kostümbild: Tanja Padan/Kiss the Future / Illustration: Matija Medved / Produktionsleitung: Patricia Oldenhave / ausführende Produktionsleitung: Sabrina Železnik.

Eine Produktion von Jan Rozman und Julia Keren Turbahn in Koproduktion mit dem EMANAT Institut Slowenien und Puppentheater Ljubljana in Kooperation mit FELD. Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Kulturministerium RS, Magistrat der Stadt Ljubljana. DINGE DINGEN ist ermöglicht durch die FELD Residenz im Rahmen des Pilotprojektes Residenzförderung Tanz 2020/2021 der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

WIR SUCHEN DICH!

für ein

Tanzprojekt auf dem Tempelhofer Feld

what lies on the back of your neck?
what thought is hidden in your chest?
what moves loudest inside you when you are still?
and have you ever experienced
that everything becomes still after everything inside you has been moved? we come in a roundabout way!

was liegt auf deinem nacken?
welcher gedanke verbirgt sich in deinem brustkorb?
was bewegt sich am lautesten in dir, wenn du still bist?
und hast du schon mal erlebt, dass alles still wird, nachdem alles in dir bewegt wurde?

I am Christina and I am looking for you, FLINT* (women*, lesbian, inter, nonbinary, trans) human. I want to dance with you on Tempelhofer Feld and with many others until we create a performance in late spring with music, sounds, sunrise and audience.

Ich bin Christina, UdK-Theaterpädagogikstudierende, und suche dich, FLINT*- mensch jeden Alters, jeder Form. Ich möchte mit dir auf dem Tempelhofer Feld tanzen!

WHERE / WO
Tempelhofer Feld (audience/performance on the open field / Publikum/Performance auf dem offenen Feld)

WHO / WER
Christina Gabriela Galli (artistic director/künstlerische Leitung) // in the frame of the MA Theatre Education/Drama Studies UdK Berlin / Abschlussprojekt MA Theaterpädagogik Universität der Künste Berlin

WHEN / WANN
Premiere end of May (planned) / Premiere Ende Mai (geplant)

REHEARSAL DATES / PROBEN
Workshops in the open field/institutions in March, more regular rehearsals from April on, intensive rehearsals mid/end of May / Workshops im offenen Feld/in Institutionen im März, regelmässigere Proben ab April, Intensivproben ab Mitte/Ende Mai

WITH WHOM / MIT WEM
as part of EPHEMERE festival in cooperation with FELD Theater / im Rahmen des EPHEMERE Festivals in Kooperation mit FELD Theater in Schöneberg

If you feel like meeting your body and moving! Get in touch and I’ll keep you up to date! If something moves! No registration/previous experience required!!

Wenn du Lust auf Begegnung mit deinem Körper und Bewegungen hast, melde dich und ich halte dich auf dem Laufenden, wie sich die Dinge bewegen.
Keine Vorerfahrung erforderlich. Offen für alle FLINT* // Frauen/Lesben/inter-/nichtbinär-/trans-Menschen. Einstieg bis Mitte April möglich. 

Mail to / bei Interesse Mail an christina.galli@hotmail.com
or come directly to the telegram group / oder komme direkt zur Telegram Gruppe

Wir SUCHEN DICH!

für ein

Performance Kunst Projekt zum Thema Präsenz

Was passiert, wenn man eine Handlung hundert Mal hintereinander wiederholt? Wie fühlen wir uns vor, während und nachdem wir in Zeitlupe einen Granatapfel auseinander gepult haben? Und wie können wir aus dieser und weiteren Erfahrungen eine Performance erarbeiten und unser Publikum in ähnliche Zustände bringen?Wir laden euch ein innerhalb eines c.a. 2-monatigen Performance Kunst Projekts mit uns performative Antworten auf diese Fragen zu finden. Natürlich werden wir dabei auch spielen, singen und tanzen! In diesem Prozess wollen wir gemeinsam zu Performer*innen, Vermittler*innen und Gastgeber*innen werden. Ende Mai werden unsere Performances im FELD Theater innerhalb eines kleinen Festivals gezeigt. Wir suchen 6 junge Menschen (FLINT* only) von 12 bis 25 Jahren, die Lust auf Performance Kunst und die Suche nach körperlichen Präsenz-Zuständen haben. *Frauen/Lesben/inter-/nichtbinär-/trans-Personen

WER
Antonia Wagner (Theaterpädagogik) & Mariella Mayer (Szenische Künste) // Abschlussprojekt MA Theaterpädagogik Universität der Künste Berlin // in Kooperation mit FELD

WANN
Die Wochentage in den Osterferien und ein wöchentlicher Abendtermin im April & Mai

WIE
Wir werden die jeweils aktuellen Corona-Maßnahmen im gesamten Projektverlauf einhalten.

Hast du Lust mehr zu erfahren? Dann komm zum Kennenlerntreffen am 14.03.2021 um 14:00 Uhr auf Zoom. Melde dich dafür per : lifeispresence@riseup.net

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