vom FELD Theater & dem Netzwerk Forschung im Kinder & Jugendtheater
Bewerbungsschluss: 15. März 2026
Wir bedanken uns herzlich für Euer Interesse und Eure Bewerbungen! Im Anschluss an die Sitzung der FELD Berater*innen melden wir uns bei allen Bewerber*innen bis Ende März zurück.“
VERFAHREN und zeitliche Einordnung des Auswahlprozesses:
Bis zum 20.03.26 sichtet eine zweiköpfige Projektleitung (Produktionsleitung & Künstlersiche Leitung “Forschung zur unsichtbaren Gesundheit”) die Bewerbungen und erstellt eine Vorauswahl von bis zu zehn Duo-Bewerbungen. Bis Ende März wird eine Kinder-Jury im Alter von 8-12 Jahren aus dieser Vorauswahl zwei Duos auf Grundlage ihrer Video-Bewerbung für die Residenzen auswählen.
Der erste Einladung ins FELD Theater zum gemeinsamen Nachdenken und Austausch über das Thema „Unsichtbare Gesundheit“ ist die Konferenz am 16.05.2026 mit Inputs und Workshops für Fachpublikum aus den Künsten. Die Teilnahme an dem Konferenz-Tag ist kostenlos, verbindliche Anmeldung für eine begrenzte Zahl von Plätzen unter dem Stichwort >Konferenz 16.05< bitte an verena@jungesfeld.de
Einordnung des THEMAS:
Mental Health for Kids – Forschung zur Unsichtbaren Gesundheit der jungen Generation
Mit der Konferenz “Forschung zur unsichtbaren Gesundheit” (16.05.2026) und den ausgeschriebenen Mini-Residenzen möchte FELD Theater Räume schaffen, um aus den forschenden darstellenden Künsten und der Tanz- und Theaterpädagogischen Praxis heraus über die impliziten und expliziten Vorteile der kreativen Arbeit mit Kindern für deren “unsichtbare Gesundheit” nachzudenken.
Ziel der Mini-Residenzen ist es, im Kontakt mit der Altersgruppe künstlerische Settings zu entwickeln, die diese unsichtbaren Gesundheits-Effekte und -Dimensionen der künstlerischen Arbeit mitdenken, verhandeln und erlebbar machen.
Status Quo:
Die psychischen Belastungen von Kindern im Grundschulalter und der frühen Adoleszenz nehmen in Deutschland spürbar zu. Befragungen aus der COPSY-Studie (2020-2025) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf belegen, dass viele Kinder und Jugendliche über anhaltende Beeinträchtigungen des Wohlbefindens berichten: Kriege, Klima, soziale Medien, Belastungen durch familiäre Faktoren und schulischer Leistungsdruck erzeugen soviel Stress, dass fast jede*r vierte Heranwachsende als auffällig gilt. Der Bericht des Bundesjugend-Ministeriums legt dar, dass Programme wie „Mental Health Coaches” (09/2023-07/2025) psychosoziale Kompetenzen an Schulen fördern, indem Fachkräfte aus Psychologie, Sozialarbeit und Sozialpädagogik vor Ort Beratungs- und Unterstützungsangebote stärken. Das Programm erreichte 125 Schulen an 76 verschiedenen Orten, wurde jedoch Ende 2025 eingestellt. Die Bundesschülerkonferenz (BSK) startete im Mai 2025 mit ihrer Kampagne https://uns-gehts-gut.de/ einen zehntägigen Aktions- und Forderungsrahmen für mehr Fachpersonal, niedrigschwellige Präventionsangebote und eine Entstigmatisierung psychischer Belastungen im Bildungssystem. Schülersprecher*innen kritisieren zudem, dass psychische Leiden wie Schulangst, Panikattacken oder depressive Symptome oft tabuisiert werden und im Schulalltag mehr Raum und Unterstützung brauchen.
Darstellende Künste und performative ästhetische Praxis können für Kinder in psychischen Krisen besondere Zugänge eröffnen, die über rein sprachliche Ansätze hinausgehen. Künstlerische Ausdrucksformen können Emotionen sichtbar und erlebbar machen, fördern Selbstwirksamkeit und soziale Interaktion – wenn es den Anleitenden gelingt, sichere Räume für nonverbale Verarbeitung zu bieten. Mittels darstellender Kunst können Kinder nicht nur lernen andere besser zu „lesen“ sondern auch ihren eigenen Ausdruck in Bewegungen, Mimik und Stimmmodulation zu erproben. Gerade für Kinder, die unter Stress, Ängsten oder sozial-emotionalen Problemen leiden, eröffnet dies Zugänge zu Selbst- und Weltverstehen, die unterstützend wirken können.
Englischsprachige Forschung zu ‚arts-based Interventions’ zeigt, dass kreative Kunst- und Bewegungsprogramme bei Kindern und Jugendlichen mit emotionalen oder traumabezogenen Belastungen positive Effekte auf das psychische Wohlbefinden haben können. In Studien berichten Teilnehmer*innen nach Kunst-, Musik- oder Tanz- bzw. Drama-Therapie über eine verbesserte Selbst- und Emotionsregulation, erhöhtes Hoffnungs-Empfinden und mehr Möglichkeiten zur nonverbalen Selbst-Äußerung.
Ermöglicht durch die Netzwerkförderung des Fonds Darstellende Künste und die Basisförderung des Berliner Senats für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

